Freitag, 20. April 2018

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Gerätehaus

Mit der Anschaffung des ersten Motorfahrzeuges ca. 1933 zog man mit den Gerätschaften in einen Anbau an der Turnhalle. Auf dem Anbau (heute Thekenraum der Festhalle) stand ein kombinierter Steiger- und Schlauchturm. Bis heute kann man die ehemaligen Toröffnungen, die später zugemauert wurden, noch erkennen.

Im Jahre 1956 zog die Feuerwehr in die frühere Werkstatt der Firma Schröder. Später verkaufte Schröder das Gebäude an die Kirchengemeinde, die dann der neue Verpächter an die Gemeinde wurde. Heute steht das Gebäude nicht mehr. Im unteren Bereich waren zwei Garagen und im ersten Obergeschoß war die Lehrküche der Volksschule untergebracht. Diese Räumlichkeiten wurden von der Feuerwehr auch als Unterrichtsraum für den theoretischen Unterricht mitgenutzt, eine ausgesprochen behelfsmäßige Lösung.

Der Stellplatz für die Fahrzeuge war sehr beschränkt. Von 1956 bis 1966 wurden ein Tanklöschfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritzenanhänger und ein Mannschaftswagen beschafft. Diese Fahrzeuge standen teilweise hintereinander und mit eingeklappten Spiegeln in den Boxen, so dass kein geregeltes Ausrücken mehr möglich war. Schließlich musste auch noch Platz für die neu gegründete Jugendfeuerwehr geschaffen werden.

Was lag also näher, zumal die kommunale Neuordnung und somit die Kostenübernahme durch die Stadt Gütersloh vor der Tür stand, als schnell den Grundstein für ein neues Feuerwehrgerätehaus zu legen?

Der Isselhorster Gemeinderat gab schließlich die Planung eines neuen Gerätehauses in Auftrag. Aber wo sollte das Haus entstehen?

Am alten Standort vor der Kirche? Zu klein für Fahrzeug und Gerät und Ausbildung, zu wenig Parkmöglichkeiten im Umfeld des Standortes für anrückende Feuerwehrleute; also keine gute und zukunftsorientierte Lösung.

Am 30. September 1969 kam es zur Grundsteinlegung. Das Gütersloher Morgenblatt berichtete von der Grundsteinlegung zum Feuerwehrgerätehaus – Das letzte größere Bauvorhaben der Gemeinde Isselhorst. Das Bauvolumen betrug 250.000, – DM, zu dessen Deckung das Amt Brackwede noch 30.000, – DM und das Land NRW 21.000,- DM beisteuerte. Es entstand ein ausreichend beheizbares Haus mit vier Fahrzeugboxen, einem Schulungs- und Aufenthaltsraum, ein Lager- und Werkstattraum und, man möge es nicht unterschätzen, Toiletten. Ein Königreich für die Isselhorster Feuerwehr! Am 12. Dezember 1970 bezog die Freiwillige Feuerwehr in Isselhorst ihr vorerst letztes Domizil.

Im Jahr 2002 sind seitdem zweiunddreißig Jahre vergangen – und schon wieder holte uns die Zeit ein! Das was 1970 »der letzte Schrei« war, ist inzwischen Vergangenheit! Auch bei der Feuerwehr. Die Anforderungen waren weitergewachsen, die Fahrzeuge mehr und größer geworden. Waren es vor hundert Jahren noch ein oder zwei Scheunenbrände, so sind es heute Verkehrsunfälle, Technische Hilfeleistungen, Brände mit hochgiftigen Substanzen und vieles mehr – auch im dörflichen Bereich.

Dementsprechend waren auch die Anforderungen, die 1969 aktuell waren, heute überholt. Es wurde eine Erweiterung des Gerätehauses bei der Stadt beantragt. Nach einigen Jahren standen dann die Planung und die Bereitstellung der finanziellen Mittel. Von 2003 bis 2004 wurde dann das Haus in verschiedenen Bauabschnitten umgebaut, schließlich musste es auch in dieser Zeit als »Unterkunft« nutzbar sein. Diese Phase war eine deutlich spürbare Belastung für den Löschzug, und alle waren sichtlich erleichtert, als das neu gestaltete Haus fertig war.

Nun stehen neben sechs Fahrzeugplätzen neue Umkleideräume, jeweils für Männer, Frauen und Jugendfeuerwehr getrennt, außerhalb der Fahrzeughalle und weitere Nebenräume zur Verfügung. Im oberen Bereich entstand ein großer Schulungs- und Aufenthaltsraum (teilbar).

Am 20. Juni 2004 konnte dann die Einweihung mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden. Auch wenn ein Gerätehausneubau nicht mehr für 250.000 DM zu haben ist, sondern eher 700.000€ kostete, es war und ist eine gute Investition in die Zukunft, um Menschen zu motivieren freiwillig und ohne große Aufwandsentschädigung jederzeit einsatzbereit zu sein.

 

   An der Festhalle Isselhorst         Auf dem Kirchplatz
Die alte Remise
Grundsteinlegung 30.09.1969
An der Niehorster Straße 1973 Frühere Fahrzeuge Abrissarbeiten am alten Gerätehaus Rückansicht des neuen Gerätehauses